Legehennen

Thu., 11. Apr 2019 Neues Projekt zu Verhaltensstörungen bei Legehennen gestartet: Seit dem 01.04.2019 läuft am ZAFT ein neues Projekt zu Einstreuqualität und Parasitenlast als Einflussfaktoren auf das physiologische Verhalten von Legehennen in sächsischen Geflügelhaltungen. Gefördert wird das Projekt vom Sächsischen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie – EIP-Agri

Problemstellung

Federpicken und Kannibalismus stellen schwerwiegende Problematiken für den Tierschutz, die Tiergesundheit und Leistungen in der Legehennenhaltung dar. Um die Schäden, die aus diesen Verhaltensstörungen hervorgehen, zu reduzieren, wurde Legehennenküken bis 2016 die Schnabelspitze kupiert. Zuletzt erfolgte dies mittels Infrarottechnologie in den Brütereien. Infolge einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Geflügelwirtschaft und BMEL wird auf diesen nicht-kurativen Eingriff seit 01.08.2016 in Deutschland verzichtet. Seit 01.01.2017 werden keine schnabel-kupierten Hennen in die Legeställe mehr eingestallt. Gegenüber der Haltung von Legehennenherden mit gekürztem Schnabel ist das Risiko für Gefiederschäden und Pickverletzungen in Herden mit intaktem Schnabel deutlich erhöht. Daraus resultieren neben möglichen Beeinträchtigungen bezüglich des Tierschutzes auch negative Aspekte für die Leistung und Ökonomie.

Im multifaktoriellen Ursachengefüge von Federpicken und Kannibalismus sind zentrale Einflussfaktoren in den Komplexen Genetik, Fütterung, Haltungsumwelt, soziale Struktur und Tiergesundheit zu finden. Trotz der Kenntnisse zur Einflussnahme von einer Vielzahl an Faktoren, ist noch keine Verfahrensweise bekannt, die ein Auftreten der Verhaltensstörungen bzw. deren Schäden sicher verhindern kann. In anwendungsbezogenen Einzelfragen zu den Auswirkungen bestimmter Faktoren besteht noch Forschungsbedarf.

Für ein erfolgreiches Einleiten von Gegenmaßnahmen bei sich abzeichnenden Federpicken, ist ein frühzeitiges Erkennen erster Gefiederschäden elementar. Hierfür werden aktuell verschiedene Scoringsysteme mit visueller Beurteilung angewandt, die jedoch immer mehr oder weniger stark durch die subjektive Wahrnehmung der durchführenden Person geprägt sind. Auch besteht hierbei keine Möglichkeit zur automatisierten Erfassung des Gefiederzustandes.

Zielstellung und Projektinhalt

Als wesentliche Fragestellungen sollen folgende Ideen bzw. Lösungsansätze im Projekt bearbeitet werden:

1) Eignet sich die Infrarot (IR)-Thermografie als nicht invasive Methode der Einzeltieruntersuchung zur Ergänzung und Erweiterung klassischer Verfahren der Gefiederschäden-Scoring-Systeme im Hinblick auf eine Früherkennung und verbesserte Objektivierbarkeit von Gefiederschäden in Praxisbetrieben?

2) Ist die Einstreuqualität und deren Veränderung über die Legeperiode ein praxistauglicher Indikator für die Beurteilung des Risikos des Auftretens von Federpicken und Kannibalismus in Legehennenherden?

3) Spielt die Parasitenbürde (Endo- und Ektoparasiten) eine Rolle als Risikofaktor für das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus?

Zur Prüfung der genannten Fragestellungen unter Praxisbedingungen werden Daten in sächsischen Legehennenherden zum Integumentzustand (Gefieder, Pickverletzungen etc.), der biologischen Leistung sowie zu Kot-, Einstreu- und Futtereigenschaften erhoben. Diese sollen die Basis für ein Beratungskonzept liefern, das die regionalen betrieblichen Besonderheiten der sächsischen Legehennenhaltungen berücksichtigt und einen Transfer der gewonnenen Erkenntnisse in die Betriebe sicherstellt.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwickung des Ländlichen Raums (ELER)

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